Schottlandfahrt 2025

Im Rahmen unserer diesjährigen Sommerfahrt begaben wir uns mit insgesamt 10 Pfadis in die unmittelbare Nähe von Glasgow, Schottland, und besuchten dort das Auchengillan Jamboree, bevor wir auf eigene Faust in die Highlands zogen! Wir bekamen, abgesehen von tiefsitzenden Kulturschocks, einen wirklich authentischen Einblick in die schottische bzw. britische Pfadfinderkultur und wurden unglaublich herzlich aufgenommen. Auch wenn wir teils vergeblich nach für uns obligatorischen Lageraspekten wie Lagerfeuern, Gesängen und vor allem Zelten, die nicht aus Plastik sind, suchten, waren wir für eine Woche Teil einer sehr aufgeweckten, spaßigen Community. Und davon möchten wir euch erzählen!

Nach vergleichsweise reibungslosen 19 Stunden Fahrt im Kegelclub-Express (gemieteter T5 von irgendeiner Gemeinde mit Platzangebot einer Westentasche) erreichten wir den Lagerplatz am Rande der Highlands. Obwohl das Lager noch nicht eröffnet war, staunten wir bei einem kleinen Rundgang schon über die Ausstattung des „Auchengillan Outdoor Centre“: riesige Kletteranlagen, Wasserrutschen, ein Café, ein Kiosk, ein unglaublich stark beheizter Pool und ein spritziger Mitarbeiter „Lightning Lee™“ auf der festivalähnlichen Bühne, der gerade seinen Soundcheck für die Willkommensparty durchführt. Und das alles ist nur die Spitze des Torfbergs! Noch krasser: Unser Partnerstamm, die „12th Glasgow“, hatte schon alle neongrünen Plastikzelte aufgebaut. Und das noch, bevor irgendein Sippling anwesend war. Auch die Eröffnungszeremonie, begleitet von erstklassig einstudiertem Sackgedudel, war definitiv etwas Neues für uns. Nach dem regelrechten Marsch Hunderter, wenn nicht Tausender Pfadfinder zum Platz vor der „Main Stage“ startete das Abendprogramm, welches uns glas(gow)klar zeigte, dass hier wohl viel Wert auf Musik und Tanzen gelegt wird. Klar, dass das zu erwarten ist, wenn das Lagerthema Musik ist und wir im „Pop-Subcamp“ untergebracht sind. No Scotland, No Party nämlich! Mit einem DJ, Lautsprechern vom Festival-Kaliber und Lichtershow haben wir trotzdem nicht gerechnet. Vor allem nicht jeden Abend in Folge. Genauso wie mit dem Rummel inkl. Fahrgeschäften, der Paint-Party zum Abschluss des Lagers und dem wirklich apokalyptischen Ausmaß an „Midges“. Auch dass wir aufgrund eines bedrohlichen Sturms namens Floris für einen Tag evakuieren mussten, stand nicht auf unserer Sommerfahrt-2025-Bingo-Karte.

Obwohl der Lageralltag mit vielen interessanten Workshops, Tagestrips zum See Loch Lomond und unendlichen Möglichkeiten zur Gestaltung der Freizeit abwechslungsreich war, glich das Ganze keineswegs einem für uns typischen Lager. Doch das war genau das, was das Ganze so interessant machte. Denn am Ende des Tages war man trotz der Unterschiede unter Pfadfindern. An jeder Ecke waren so vielfältige Persönlichkeiten anzutreffen, so viele Freundschaften zu schließen und so viel Sympathie und Gastfreundlichkeit zu spüren. Diese Erfahrungen wurden uns gewiss auch nicht nur mit den schottischen Pfadfindern zuteil, sondern auch mit jeglichen anderen internationalen Teilnehmern, etwa aus England, Schweden und Irland. Ähnliches berichtete uns auch eine Gruppe der DPSG, welche wir unironisch direkt vor der Bühne trafen, als uns endlich unser Liedwunsch von Lotusblume von den Flippers gewährt wurde. Würden wir so etwas also nochmal wagen, vielleicht sogar empfehlen? Ja! Sollte man im August in den Highlands wandern gehen? Nur, wenn man kein Problem damit hat, dass die Zeltplane vor lauter Midges aussieht wie Stracciatella-Eis.

…Blistering feet, fed-upon skin, thoughts of despise,

Alas, minds boggle, souls repose, bodies ache,

Still, quietly, a good moon is on the rise,

Mending, conveying that glee is ours to make.

Nils C.